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Tagebuch- Eintrag 10.07.

Schön wars.


Ehrlich. Ich habe mich sehr gut amüsiert und bin damit vollends wieder in die Gesellschaft integriert. Denn nur wer Teil der Gesellschaft ist, wird zu einer Hochzeit eingeladen und ich wurde eingeladen. Also bin ich ein Teil der Gesellschaft.

Und es war eine sehr schöne Hochzeit.

Ich habe mich gut amüsiert. Ich konnte meine Nummer, an einen mir sehr genehmen (untreuen) Ehemann weitergeben. Habe von Sex auf dem Kirchenaltar phantasiert und habe mir vorgestellt, wie wohl Felicia, in ihrem weißen Hochzeitsblazer aussehen wird. Umwerfend, wie immer.

Nein, im Ernst. Auch wenn ich, selbst, bereits mit einigen „untreuen/normalen“ Ehemännern Sex hatte, so bleibe ich trotzdem Fan der romantischen Liebe. Ich finde die toll. Dieser ganze Kitsch lässt mich dahin schmelzen.

Denn ich bin kein polygamer Mensch.

Ich bin zwar stets immer sau gerne Single gewesen und habe viel rumgevögelt. Weswegen ich anfänglich zur Prostitution auch noch dachte, ich könnte meine One – Night – Stands, die ich ja ohnehin hatte, schlicht durch die Prostitution ersetzen. Aber so ist das leider nicht. Die Prostitution läuft über Bindung. Und ich bin nun mal kein polygamer Mensch.

Eine feste Beziehung empfinde ich als genug Arbeit.

Und damit meine ich nicht, dass ich in einer monogamen Beziehung keinen Sex mit anderen haben können/wollen/gehabt hätte. Nein, aber das Schöne an einem One – Night – Stand ist doch, dass man die Beziehung nicht versucht aufrecht zu erhalten. Sie existiert nur für den Moment.

10 Jahre Monogame Beziehungserfahrung habe ich insgesamt. Aber ich liebe es auch rumzuvögeln und rumzuhuren und so. Trotzdem habe ich dabei niemals der romantischen Liebe abgeschworen. Diese ist toll.

Sie gibt einem Zweisamkeit und sie ist ohnehin die Grundvoraussetzung für jede Polyamore Beziehung.

Ich kenne viele Menschen, die zwar sagen sie seien poly, in Wahrheit, sind die aber genauso egoistisch wie ich und tun sich sogar schwer damit, auch nur eine Beziehung überhaupt am Leben erhalten zu wollen. Und die sind dann nicht Poly, sondern die Single, mit wechselnden Sexualpartnern, so wie ich das auch bin.

Weswegen ich also wohl auch lieber Single bleibe oder evtl. eine (untreue) Monogame, mit Zeit und Gelegenheit, halt. Aber keine Polygame.

Und Untreu natürlich niemals am Anfang der Beziehung. Sonst ist die Beziehung nichts wert. Aber nach einer Zeit und Weile. Evtl. Wieso nicht? Betrug ist eben auch aufregend. Das verstehen die verheirateten Männer. Und auch ich hatte und hätte einfach viel zu wenig das Bedürfnis, mit meinem Partner über die anderen Beziehungen zu sprechen. Mal einen Dreier oder eine Party, für einen Abend ist was anderes. Aber Polyamour das wäre mir zu anstrengend. Und ansonsten geht es meinen Partner letztendendes sowieso nichts an. Und es würde mir schon das Erleben kaputt machen, zu wissen, ich müsste in einer Polybeziehung darüber reden und mich erklären, was ich tue.

Da verstehe ich die untreuen Ehemänner also sehr.

Trotzdem ist das natürlich schlecht für die Hurenbewegung. Jeder nicht geoutete Freier, jede nicht geoutete Hure, die sich in die Debatte einmischt ist verantwortlich und zementiert das Stigma.

Ich war stolz, wie Bolle als ich Hure wurde, ich habe das ohne zu zögern auf Facebook unter Klarnamen gepostet. Der ganzen Welt habe ich das erzählt. Wieso auch nicht? Es war doch ein guter Moment für mich. Ich war voll schön und ich habe voll viel Geld bekommen dafür. Mehr als einmal. Das hat mich froh gemacht.

Alles zudem ich nicht vollends stehen kann, sollte ich eventuell besser lassen.


Ich schweife ab. Ich wollte eigentlich nur erzählen, dass die Hochzeit schön war.

Ach ja, und von meiner positiven Erkenntnis sprechen. Denn ich mag Liebeskummer nicht. Dieser lohnt sich nicht. Und meine besten Sexkapaden habe ich erlebt, immer als ich Liebeskummer hatte, weil ich auf den keine Lust habe.

Und so bin ich wieder bereit zum Club- ficken oder ähnliches. Darauf hätte ich nochmal Lust. Denn da brauche ich im Vorfeld auch keine Vereinbarungen zu treffen oder zwischenmenschliche Beziehungen eingehen, sondern kann einfach nur dahin gehen, wenn ich Lust habe. Mich austoben und bin niemandem was schuldig.

Das war stets so super an Berlin.


Felicia, dass ich mir die Trauer wegvögeln werde, bedeutet trotzdem in keinsterweise, dass ich aufhöre zu glauben. Im Gegenteil, ich verspreche dir hiermit, dass ich nicht aufhören werde zu glauben. Niemals.

Denn habe ich dir je von meiner Beziehung zu S. erzählt?!

Drei Unterlassungsklagen gegen mich, die mich aufforderten Abstand zu halten und der Mann hatte trotzdem kein Problem damit weiterhin mit mir zu schlafen. Immer wenn es ihm gefiel, sonst musste ich Abstand halten. S. liebte den Wahnsinn. Genau wie ich.

Eigentlich war es anders geplant. Wir wollten einander eigentlich vor Gericht ficken. Drei Mal. Vor der Verhandlung, nach der Verhandlung und während dessen, durch den Richter.

S. und ich, wir liebten es einander Qualen zu zuführen. Ohne Gnade. Es war die toxischste Beziehung, die ich jemals hatte. Maximal zerstörerisch. Dafür umso intensiver und leidenschaftlicher im Empfinden. Unfähig es zu beenden. Während es dir all deine Energie raubt.

Auf Abstand und in weiter Entfernung, ehre ich diesen Mann nach wie vor. Es war nichts, was wir gewollt oder geplant hätten. Wir waren füreinander das, was wir verdient hatten.

Irgendwann wurde es viel zu heftig. Die Obsession wurde zu stark.

Trotzdem in den Momenten, in denen wir eins waren, da war es, als stand die Erde still. Raum und Zeit waren nicht mehr existent. In unseren guten Momenten.

Was ich von S. alles gelernt habe. Da bekomme ich Gänsehaut.

Und ich weiß, dass jede Beziehung, die ein Mensch eingeht, irgendwann enden muss. Spätestens im Tod trennt sich der Mensch. Das Beziehungen zu Grunde gehen, ist also immer ihr natürliches Ende.

Wie lange sie aufrecht erhalten bleiben und wie intensiv es wird, hängt also einzigdavon ab, wieviel Energie man bereit ist, in sie hinein zu investieren.

Rückblickend auf die Beziehung mit S. muss ich also wirklich schmuzeln, F.

Du hast mich also zum zweiten Mal blockiert, Ja?

Ich lache gerade so sehr deswegen. Nicht deinetwegen. Aber für S. und mich war das Vorspiel. Über 30 Mal hatte S. mich geblockt. Mehrere Unterlassungsklagen gegen mich gestellt, aber er hörte auch nicht auf, mit mir zu vögeln. Immer wieder wurde er schwach. Das waren Zeiten, sag ich euch. Was ich mit dem Kerl durchhabe, das sucht seinesgleichen.

Und man kann nicht sagen, dass er nicht versucht hätte, mich los zu werden. Man kann aber eben auch nicht sagen, dass er versucht hätte, mich los zu werden.

S. hat meinen Wahnsinn so richtig befeuert. In Allem. Aber wir hatten anfänglich auch einfach sehr viel Freude daran. Müsst ihr verstehen.

Denn wir waren voller intensivster Gefühle für einander.

Die Gewalt, die wir einander gegenseitig zufügten, die war hauptsächlich psychischer Natur. Nicht ausschließlich. Trotzdem waren wir schonungslos, wie skrupellos zu einander und ohne jegliche Gnade und wenngleich es wohl eine der lehrreichsten Beziehungen meines Lebens war, ich will sowas nie wieder erleben. Ehrlich nicht. So abgedreht.

Ganz anders war das in der Beziehung mit D. In dieser haben wir uns zwar tatsächlich auch schonmal körperlich auf die Fresse gehauen, psychisch allerdings tat die Beziehung einfach nur gut. D. und ich haben uns gegenseitig beflügelt.

Trotzdem, einmal da haben wir so das Wohnzimmer zerlegt. Da mussten wir am nächsten morgen beide ins Krankenhaus.

Vier Jahre. Niemand hat mich je so geliebt wie D. es getan hat. Niemand. Nicht mal M. Höchstens H, vllt. aber nichtmal der. Nein.

D. war mein Ruhepole. Vier Jahre lang. In keinsterweise so intellektuell wie S. Wollte D. garnicht sein, dafür aber war er loyal und treu und einfach.

Während es über S. und mich kaum Menschen gibt, die uns nicht als Arschlöcher bezeichnen würden, gibt es keinen Menschen, der D. nicht als friedlich, entspannt und liebenswert bezeichnet hätte.

Als er die Möglichkeit bekam eine Grafiker- Ausbildung in München zu machen, verlies er mich und Berlin. Im beiderseitigen Einverständnis. Trotzdem, an diesem Abend, da habe ich Rotz und Wasser geweint. Wir beide taten das.

Die Zeiten mit D. waren definitiv anders, als die mit S.

Keine Sorge, Felicia. Ich komme gleich wieder zu dir und dann sage ich dir, worauf ich hinaus will.


Ach ja, genau. Dein zweiter Block, also. Du hörst mich lachen.

Erinnerst du dich noch ,als du mich das erste Mal geblockt hast? Ich erinner mich nämlich ganz genau daran. Und ich wollte deshalb immer einmal wissen, wieso und wann du mich eigentlich entblockiert hast?!

Ich habe mir gedacht, wahrscheinlich, weil du so besessen warst, von mir als „terf“, dass es für dich, mit Block, bestimmt mühseeliger war, mich zu stalken. Trotzdem habe ich mich immer auch gefragt, wieso Maya mich wohl geblockt hat und Zesyra nicht? Und wieso Joelina damals und Magda nicht? Habt ihr da ein System oder wie läuft das?

Scheiße, F. Ich habe dir noch soviel zu erzählen, über uns, aber auch in der Sache Vollbrecht. Die mir wichtig sind, die ihr falsch seht. Aber ich bin müde. Ich schreibe morgen weiter.


Coming Soon

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